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Warum Demokraten nicht „rechts“ oder „links“ sein können

Wohl einer der ältesten Mechanismen zur Unterdrückung einer großen Menschenmenge durch eine kleinere ist divide et impera – Teile und Herrsche!
Hetze arm gegen reich, jung gegen alt, dick gegen dünn, arbeitslos gegen arbeitstätig, jeden gegen jeden! Finde oder erfinde dabei so viele Gegenspieler wie möglich! Zwischen all diesen sinnlosen, durch Manipulation hervorgebrachten Konflikten werden die Menschen außer Stande sein, über den Tellerrand hinaus zu schauen und den Ursprung der Missstände ihrer Zeit zu ergründen.

Nahezu klassisch ist das Modell, Menschen starr in „rechts“ und „links“ einzuteilen und immer wieder Kämpfe zwischen ihnen zu entfachen und anzuheizen.
Hier muss die Frage gestattet sein, wer von den sich selbst als „links“ oder „rechts“ einordnenden Personen sich auch tatsächlich in die richtige Schublade gebettet hat.
Was bedeutet „rechts“ und „links“ wirklich in einem demokratischen Staat?

Demokratie bedeutet, den Willen der Mehrheit mit Rücksicht auf alle Minderheiten umzusetzten – also so ziemlich das Gegenteil von dem, was wir tagtäglich erleben müssen.
Nebenbei bemerkt: dies ist auch der Grund, warum ernsthaft Leute darüber nachdenken, ob die „Volksherrschaft“ (es geht eben nicht ums herrschen sondern ums dienen) wirklich die beste Staatsform sei. Sie glauben tatsächlich, sie lebten in einer Demokratie und übertragen all die Missstände der heutigen Diktatur Schein-Demokratie auf echte Demokratie – und behaupten, diese könne nicht funktionieren; dabei haben sie noch nie eine erlebt.

Es ist witzig, Demokratie mit der Metapher zu beschreiben, in der zwei Wölfe mit einem Schaf zusammen darüber abstimmen, was man jetzt essen werde.
Witzig ist es, bei genauer Betrachtung (ich glaube man darf behaupten, dass Thomas Jefferson kein Komiker war) kommt aber der Verdacht auf, dass der Urheber entweder dumm oder manipulativ war – dumm wäre mir deutlich lieber.

In einer Demokratie haben sich viele Individuen zu einer Organisation zusammengefunden, um gemeinsam die von allen angestrebten Ziele zu erlangen (adäquate Nahrungsmittelversorgung, Sicherheit, Freiheit, Medizin, freie geistige Entfaltung etc.) und Gefahren zu minimieren ( z. B. Angriffe / Unterwerfung / Ausrottung von Außen, Hungersnöte, Katastrophen).

Damit dieser von allen angestrebte Zusammenschluss handlungsfähig ist und möglichst effektiv und effizient den Nutzen der Allgemeinheit mehren kann, wählt er aus seinen eigenen Reihen heraus die geeignetsten Kandidaten aus und überträgt ihnen hoheitliche Aufgaben (z. B. Regierung, Verwaltung, Gerichtsbarkeit etc.).

Natürlich müssten diejenigen, die sich als ungeeignete Staatsdiener herausstellen, unverzüglich ihres Amtes enthoben und bei Mutwillen mit entsprechenden Konsequenzen beadacht werden, aber das ist ein anderes Thema.

Die Menschen verzichten freiwillig auf einen kleinen Teil ihrer Rechte und übergeben freiwillig Abgaben in Form von Steuern, damit der von ihnen allen gemeinsam gegründete Staat auch funktionieren kann.
Genau an diesem Punkt, bei der Bestimmung des richtigen Maßes, kommen wir zu dem Zielkonflikt, um den es in diesem Beitrag geht.
Auf der einen Seite gibt es Situationen, in denen die Menschen besonders darauf bedacht sind, die Handlungsfähigkeit des Staates zu bewahren und auszubauen. Bestrebungen in diese Richtung werden heute zumeist als „rechte Gesinnung“ diffarmiert.
Auf der anderen Seite achtet man verstärkt darauf, dass das Individuum nicht unter der Last der Abgaben an den Staat untergeht, dass die persönliche Freiheit nicht eingeschränkt wird und der Mensch als solcher wertgeschätzt wird.

Nur wenn sich diese zwei wichtigen Grundpfeiler einer optimalen Gesellschaft gegenseitig ausbalancieren, stützen und ergänzen, nur dann kann der Staat mit all seinen Menschen gedeihen.
Auch Linke müssen verhindern, dass der Staat kolabiert, wenn ihnen wirklich am Wohl der einzelnen Menschen liegt, wenn sie wirklich links sind.
Und auch Rechte müssen darauf achten, dass ihre Mitmenschen, Kinder, Eltern, Geschwister, Familie, Freunde und Kollegen in Freiheit leben und nicht unter der Kontrolle einer monströsen Staatsmacht verkümmern.

Ein Demokrat ist nie links oder rechts. Er will das, was für alle am besten ist. Wenn der Staat zu weit nach rechts abdriftet, dann fordert der Demokrat linke Maßnahmen. Im anderen Extremfall fordert er rechte Maßnahmen. Demokraten sind nicht links oder rechts, sie sind gleichgewichtsorientiert.

Und wenn ein Demokrat zu Zeiten enormer Gefahren für alle Bürger den Schutz seiner Mitmenschen fordert und deswegen von jemandem Angegriffen wird, dann ist dieser Angreifer ganz bestimmt nicht links. Ich weiß nicht ob ihm selber klar ist, was er ist. Es wird ihn wahrscheinlich gar nicht interessieren. Das sollte es aber. Sonst würde es ihm später schwer fallen zu erläutern, ob sich die Antifa wirklich deutlich von der NSDAP unterscheidet. Natürlich abgesehen von der neuen Ausrichtung des Rassismus – gegen das eigene Volk…